Bilkyrkogården Kyrkö mosse,

Der Autofriedhof und die Geschichte von 'Åke på Myren'

Sein Name war Åke Danielsson, doch bekannter war er unter dem Namen 'Åke på Myren'. Åke erblickte das Tageslicht zu Beginn des 20ten Jahrhunderts und arbeitete als Knecht auf einem schonischen Hof. Das bedeutete sieben Tage harte Arbeit, Woche für Woche. Erst in den dreiβiger Jahren konnte Åke nach Småland zurückkehren. Nach wenigen Jahren erwachte sein småländischer Unternehmergeist und er erwarb ein Stück Sumpfland und einen Spaten, um Torfstecher zu werden. Der Torf wurde damals gestochen und getrocknet, um dann als vielgefragtes Düngemittel verkauft zu werden. Aber das Torfstechen war keine leichte Angelegenheit und die Konkurrenz war gross, also baute Åke seinen eigenen Torfernter aus alten Autoteilen. Auβer einer Torffabrik baute er ein kleines, mit Torf isoliertem Haus, nur 12 m2 gross, aber mit Küche, Schlafzimmer und Wohnzimmer. Das Haus, sowie die Überreste der Torffabrik kann man heute noch sehen.

Kyrkö mosse, Photo: Catherine Rydström

In der Nachkriegszeit wurde für viele das Leben einfacher, nicht zuletzt als Autohändler. Gegen Mitte des 20ten Jahrhunderts gab es nahezu in jedem Haushalt ein Auto. Doch eines Tages ist jedes Auto alt oder defekt und viele dieser Wracks wurden damals einfach in den Wäldern abgestellt. In dieser Zeit begann Åkes Autoschrottsammlung bekannt zu werden. Das Geschäft mit dem Schrott wuchs und die Torfstecherei schrumpfte. Im Laufe der Zeit wurde Åke mehr und mehr zum Autoexperten und zum Geheimtipp, wenn es um verschiedene Modelle und Ersatzteile ging. Und ohne es zu wissen entwickelte er sich zum Pionier des Recycling, mit Bewusstsein für Umweltgifte wie Altöl und Batterieflüssigkeit. 
Doch Åke wurde langsam alt und arbeitete weniger. 1974 kaufte er sein letztes Autowrack, seither verkaufte er ausschliesslich Ersatzteile.

Doch nicht allen gefiel sein Geschäft, und gegen Ende des 20ten Jahrhunderts beschloss die Gemeinde, dass alle Autowracks aus dem Moor entfernt werden sollten. Die Wracks sollten einem  autorisierten Recyclingunternehmen überführt werden. Ein Buβgeld wurde angedroht, sollte der Schrott nicht rechtzeitig entfernt sein. Doch Åke war zu diesem Zeitpunkt krank und in einem Pflegeheim untergebracht. Das war also der Dank dafür, dass er in jahrelanger Kleinarbeit die småländischen Wälder vor der Vermüllung bewahrt hatte!

Bilkyrkogården, Kyrkö mosse,

Viele empörten sich über den harten Beschluss und engagierten sich für Åke und seinen Autoschrott. Einer der damaligen Museeumleiter in Växjö, Karl-Johan Krantz schlug schlieβlich vor, das gesamte Gebiet unter Schutz zu stellen und als Kulturreservat zu bewahren. Der Fall wanderte durch die Instanzen bis zur Regierungskanzlei, doch auf jeder Ebene wurde der kommunale Beschluss der Räumung bestärkt. Nach weiteren Schlagzeilen und Protesten beschloss die Kommune schlieβlich, ein erneutes Groβtreffen zu veranstalten. Sie lud alle Verteter der verschiedenen Interessensgruppen zu einem Treffen im Moor ein. Nach einem gemeinsamen Rundgang über das Gelände rückte die Kommune schlieβlich von ihrer Position ab. Die Autowracks durften bleiben und niemand hatte Sanierungskosten zu tragen. Karl-Johan Krantz kommentierte in einem Zeitungsartikel: ”… jetzt, wo wir wissen wie es ausgeht, ruht eine Gewisse Andacht über diesem Ort.”

Und das beschreibt wohl die Stimmung, zwischen den rostigen Karossen, recht gut. Ein hersscht ein merkwürdiger Kontrast zwischen den rostigen Autowracks und dem frischen Grün ringsum. Farne sprieβen zwischen rostigem Blech empor und die Sonne wirft ein warmes Licht über diesen verwunschenen Ort.

Es herrscht das Jedermannsrecht (Allemansrätt)! Die Besichtigung des Friedhofs ist kostenfrei. Genieβe die Ruhe, lass alles so, wie du es vorfindest und achte die Natur!

Dies ist eine Kurzfassung der Geschichte  von Åkes und seinen Schrottautos. Für mehr Details klicke hier! 

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